{"id":30,"date":"2019-11-14T21:44:50","date_gmt":"2019-11-14T20:44:50","guid":{"rendered":"http:\/\/vitusstueberl.ostner-datacenter.de\/?page_id=30"},"modified":"2019-11-17T16:30:30","modified_gmt":"2019-11-17T15:30:30","slug":"geschichte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/vitusstueberl.de\/?page_id=30","title":{"rendered":"Geschichte"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;3.19.17&#8243;][et_pb_row _builder_version=&#8220;3.19.17&#8243; custom_padding=&#8220;27px|0px|0|0px|false|false&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;3.19.17&#8243;][et_pb_text _builder_version=&#8220;3.19.17&#8243;]<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Geschichte des Hauses<\/h2>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row _builder_version=&#8220;3.19.17&#8243; custom_padding=&#8220;27px|0px|58px|0px|false|false&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;3.19.17&#8243;][et_pb_text _builder_version=&#8220;3.19.17&#8243;]<\/p>\n<p align=\"left\">Das heutige Gasthaus und Cafe Vitusst\u00fcberl am Stadtplatz hat eine sehr lange Tradition als Gasthaus, einen ersten Hinweis geben die Landshuter Gerichtsakten von 1614\/15. Darin wird von einem Andree Liebl, Br\u00e4u und Gastwirt zu Neumarkt berichtet, der gegen Kammer und Rat von Neumarkt wegen eines strittigen \u201eheimlichen Gemachs\u201c (Abtritt, Klo) gegen das Pfleghaus hin\u00fcber prozessiert. Als n\u00e4chstes wird 1678 der Bierbrauer Daniel Luger und seine Frau Maria Frellermayr erw\u00e4hnt, die schlechtes Bier ausgeschenkt haben. 1684 heiratet der Hausherr nach dem Tode seiner Frau erneut und zwar Maria H\u00e4glsperger. 1692 stirbt auch diese und Daniel Luger heiratet die 20 Jahre j\u00fcngere Helena Sp\u00e4nner (1675-1728), Tochter vom Georg und Elisabeth Sp\u00e4nner, die selber eine Brauerei in Neumarkt besitzen. Als Daniel Luger im Jahre 1710 stirbt, heiratet seine Witwe Helena den Bierbrauer August Kumpfm\u00fcller (1679-1721). Nach dessen Ableben heiratet Helena 1722 den Bierbrauer Johann Jakob Strobl (1675-1750). Im Jahre 1728 heiratet die Tochter Elisabeth aus der ersten Ehe mit Daniel Luger den Bierbrauer Adam H\u00f6lzl (1678-1742) und \u00fcbernimmt den Betrieb.<\/p>\n<p align=\"left\">In der Marktkammerrechnung von 1742 steht \u00fcber Adam H\u00f6lzl, das er auf die Gant gekommen ist (pleite gegangen) und der Abt von St.Veit seine Braust\u00e4tte ersteigert hat. Der Abt verkauft das Geb\u00e4ude wieder und kommt so in den Besitz von Mathias Reiter (1701-1766) der im Benediktinerstift St.Veit als Klostermetzger besch\u00e4ftigt war. Seit dieser Zeit trug das Lokal den Namen \u201eGasthaus zum Klostermetzger\u201c. Die Gastwirtschaft besa\u00df die sogenannte radizierte Taferngerechtigkeit, das bedeutete, dass die Wirtsgerechtigkeit an Grund und Boden und nicht an eine Person gebunden war. Demnach durfte der Wirt sein Bier selber brauen und G\u00e4ste beherbergen, Speisen verabreichen und neben Bier auch Wein ausschenken. Zudem wurden diesen speziellen Gastst\u00e4tten meist gewisse Erleichterungen von der sonst strengen Sperrzeitverordnung zugestanden.<\/p>\n<p align=\"left\">Ein kleines Geheimnis in der Hausgeschichte findet sich im Jahre 1747, als der Gastwirt Mathias Reiter ein 14-j\u00e4hriges M\u00e4dchen als \u201eKuchlmensch\u201c einstellte. Das M\u00e4dchen war 1733 in Neumarkt als lediges Kind zur Welt gekommen und hie\u00df Maria Pauer. Nach ihrer ersten Anstellung in Neumarkt ist sie dann 1748 als \u201eKindsmensch\u201c zum H\u00f6llschmied Jakob Altinger in die Katharinenvorstadt nach M\u00fchldorf gekommen. Dort wurde sie der Hexerei bezichtigt, angeklagt, im Jahr 1750 zum Tode verurteilt und anschlie\u00dfend in Salzburg auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Das Schicksal der sog. \u201eM\u00fchldorfer Hexe\u201c ist sie in die Geschichtsb\u00fccher eingegangen als einer der letzten Hexenprozesse in Bayern.<\/p>\n<p align=\"left\"><strong><\/strong>Zum Gasthaus geh\u00f6rte eine kleine Landwirtschaft und im 19. Jahrhundert zus\u00e4tzlich eine Lohnkutscherei. Im Jahr 1786 wird das gesamte Geb\u00e4ude, wie schon 1706 ein Raub der Flammen und muss neu aufgebaut werden. Alte Gem\u00e4lde (1786, 1841) und Fotografien (1865) zeigen die Hausfassade noch mit einem angebauten Erker. Im Jahre 1875 erwirbt der Landwirt Josef Feichtmaier aus Niederbergkirchen das Gasthaus, das nun \u00fcber vier Generationen im Besitz der Familie bleibt. 1907 er\u00f6ffnet Hans Feichtmaier in der s\u00fcdlich gelegenen Haush\u00e4lfte im Parterre zus\u00e4tzlich zum Gasthaus ein Uhren- und Schmuckgesch\u00e4ft. Nach dem Zweiten Weltkrieg wird im Jahre 1948 das Uhrengesch\u00e4ft von Josef Feichtmaier wieder ge\u00f6ffnet, die Gastwirtschaft jedoch verpachtet. Der Heimatvertriebene Karl Lang \u00fcbernimmt die Wirtschaft und gibt ihm den Namen \u201eGasthaus Oberes Tor\u201c. Ihm folgt 1958 das P\u00e4chterehepaar Karl und Maria Huber, die das Lokal als \u201eStadtsch\u00e4nke\u201c aber nur mehr ein Jahr weiterf\u00fchren.<\/p>\n<p align=\"left\">Im Sommer 1959 geht die lange Tradition des Hauses als Gastst\u00e4tte vorl\u00e4ufig zu Ende. Das Gastzimmer wird von der Raiffeisenbank Neumarkt-Sankt Veit zu Gesch\u00e4ftsr\u00e4umen umgestaltet. Im Zuge dieser Umbauarbeiten f\u00e4llt auch der Erker der Neugestaltung der Fassade zum Opfer. Die neuen R\u00e4umlichkeiten erweisen sich aber schon nach kurzer Zeit f\u00fcr den wachsenden Bankbetrieb als zu klein. Das alte Klostermetzgerhaus wird von Manfred Feichtmaier noch einmal umgebaut, der Hauseingang verlegt und ein modernes Optikergesch\u00e4ft in die freigewordenen Bankr\u00e4ume eingerichtet. Die Hausfassade erh\u00e4lt 1968 ihr heutiges Aussehen, das alte Satteldach wird abgerissen und durch ein neues Pultdach ersetzt. Dieser Umbau hat zur Folge, dass der alte Spitzgiebel aufgemauert und zu einer Blendmauer umgestaltet werden muss. Im Sp\u00e4therbst 2007 hat Frau Roswitha Senftl das Haus erworben und zu einem Weinlokal mit Cafe umgebaut. Dazu passend wurde die Fassade optisch neu gestaltet und mit einem Wandbild versehen. Mit dem \u201eVitusst\u00fcberl\u201c ist es der neuen Besitzerin gelungen, an die \u00fcber viele Jahrhunderte alte Tradition des Hauses als Gastwirtschaft anzukn\u00fcpfen und damit das gesellschaftliche Leben in der Stadt Neumarkt-Sankt Veit zu bereichern.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row _builder_version=&#8220;3.19.17&#8243; custom_padding=&#8220;27px|0px|0|0px|false|false&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;3.19.17&#8243;][et_pb_text _builder_version=&#8220;3.19.17&#8243;]<\/p>\n<h2><span>Kleine Weingeschichte von Neumarkt-Sankt Veit<\/span><\/h2>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row _builder_version=&#8220;3.19.17&#8243;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;3.19.17&#8243;][et_pb_text _builder_version=&#8220;3.19.17&#8243;]<\/p>\n<p><span class=\"normal\">Wer die ersten Weintrinker in Neumarkt-Sankt Veit gewesen waren, wissen wir heute nicht mehr. Vermutlich d\u00fcrften es die Benediktinerm\u00f6nche sein, die nach der Verlegung ihrer Abtei im Jahre 1171 von Elsenbach auf den heiligen Vitusberg gekommen waren. Durch viele Schenkungen von Adeligen vergr\u00f6\u00dferte sich ihr Kloster rasch. Bereits im 13. Jahrhundert erh\u00e4lt die Abtei\u00a0 mehrere Weinberge im heutigen \u00d6sterreich, vor allem in Hametten und bei Krems an der Donau. Den Mittelpunkt bildete der sogenannte Treiblhof, von wo aus das Kloster St. Veit allj\u00e4hrlich mit Messwein und dem Haustrunk f\u00fcr die M\u00f6nche versorgt wurde.<br \/><\/span><span><\/span><\/p>\n<p><span class=\"normal\">Im Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg wurden diese Weinberge zerst\u00f6rt und die Versorgung mit dem edlen Saft brach zusammen. Versuche, einen Wein an einem S\u00fcdwesthang neben dem Kloster in Sankt Veit selbst herzustellen, scheiterten kl\u00e4glich und so begann man im Jahre 1643 notgedrungen mit der Produktion von Bier. Bei der Aufhebung des Klosters im Jahre 1802 waren bei einer Inventur neben Bier auch noch eine gro\u00dfe Menge an Wein vorhanden, was beweist, dass bis zum Ende der Abtei der Wein nach wie vor eine erhebliche Rolle bei der Versorgung der Klosterbr\u00fcder gespielt hatte.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"normal\">Aber nicht nur f\u00fcr die Patres waren die guten Tropfen gedacht, sondern auch f\u00fcr die zahlungskr\u00e4ftigen B\u00fcrger des Marktes. Innerhalb der Klostermauern gab es eine Klostersch\u00e4nke, in der die Besucher unbehelligt von ihren Frauen ihre Trinkfreude ausleben konnten, was nat\u00fcrlich den Unmut der konkurrierenden Weinwirte im Markt heraufbeschwor. Amtskammerer (B\u00fcrgermeister) und R\u00e4te zu Neumarkt beschwerten sich 1497, dass der Abt durch Schenken und Hochzeithalten beschwerlich Neuerungen gegen sie vornehme. Dieser erwiderte, dass das Weinschenken immer stattgefunden und uraltes Herkommen sei. Jedem Gast, der ein Viertel Wein trank oder sich holen lie\u00df, gab man zwei Laib Brot dazu.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"normal\">Wann innerhalb des Marktes erstmals Wein ausgeschenkt worden ist, l\u00e4sst sich heute nicht mehr genau bestimmen. Dass in Neumarkt der Wein schon weit vor dem Bier ausgeschenkt wurde, l\u00e4sst sich aus dem gro\u00dfen &#8222;Freiheitsbrief&#8220; des Jahres 1366 entnehmen. Darin steht geschrieben, was f\u00fcr ein Wein f\u00fcr welchen Preis ausgeschenkt werden darf und welche Strafen es nach sich zieht, wenn man diese Vorschrift nicht einh\u00e4lt. &#8222;Man sol auch geben ain vyrtail w\u00e4lhisch (italienischen) weins umb VI Pfennig, den frangchen (fr\u00e4nkisch)\u00a0 umb III, den Osterwein um III, den Met (Honigwein) um III, und das mas auf den Tyesch, swer das prichet, der ist schuldig dem Richter XXX, der Stat XXX, dem Schergen IIII (Kreuzer).&#8220; Von einem Bierverkauf zu jener Zeit finden sich keinerlei Hinweise in dieser Urkunde.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"normal\">Weinwirte hat es \u00fcber die Jahrhunderte in Neumarkt immer gegeben, auch wenn ab dem 15.\/16. Jahrhundert langsam auch das Bierbrauen in Mode kam. Viele der Weinwirte waren angesehene B\u00fcrger und nicht selten im Marktmagistrat vertreten oder sogar &#8222;Amtskammer&#8220;. In einem Tauschbrief aus dem Jahre 1801 wird Ignatz Cajetan Sch\u00f6tz als &#8222;Amtskammer&#8220; und Weinwirt genannt; ihm geh\u00f6rte der Bauernhof am oberen Vormarkt, den die Neumarkter bis vor ein paar Jahren noch als Buchnerwirt kannten. 1844 werden in einer Ortsstatistik zwei Weinlokale erw\u00e4hnt. Die letzten Weinstuben befanden sich im Hause Fortm\u00fchler an der Abzweigung nach Sankt Veit und im Geb\u00e4ude der alten Lebzelterei Blumschein am Johannesplatz. Das Gasthaus&#8220;Vitusst\u00fcberl&#8220; setzt nun nach \u00fcber 50 Jahren Pause eine alte Tradition fort, die bereits seit rund 700 Jahren in Neumarkt-Sankt Veit nachweisbar ist. Neben den gro\u00dfen Angeboten an regionalen Bierspezialit\u00e4ten werden im Vitusst\u00fcberl auch erlesene Weine ausgeschenkt, die direkt von den jeweiligen Erzeugern bezogen werden.<\/span><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;3.19.17&#8243;][et_pb_row _builder_version=&#8220;3.19.17&#8243; custom_padding=&#8220;27px|0px|0|0px|false|false&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;3.19.17&#8243;][et_pb_text _builder_version=&#8220;3.19.17&#8243;] Geschichte des Hauses [\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row _builder_version=&#8220;3.19.17&#8243; custom_padding=&#8220;27px|0px|58px|0px|false|false&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;3.19.17&#8243;][et_pb_text _builder_version=&#8220;3.19.17&#8243;] Das heutige Gasthaus und Cafe Vitusst\u00fcberl am Stadtplatz hat eine sehr lange Tradition als Gasthaus, einen ersten Hinweis geben die Landshuter Gerichtsakten von 1614\/15. 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